Die Wurzener waren schon immer ein badefreudiges Völkchen. Die älteste Erwähnung eines Freibades am Mühlgraben geht auf das Jahr 1838 zurück. Dazu kamen zahlreiche ausgewiesene und „wilde“ Badestellen an Mulde und Mühlgraben.
Auch das Militär und das Gymnasium unterhielten Badestellen. Das alte Stadtbad wurde 1885 am Mühlgraben eröffnet. Es mußte dem Kanalbau 1925 weichen. Ehe 1927 ein neues Stadtbad fast an der gleichen Stelle eröffnet wurde, haben Wurzener Unternehmer in Dehnitz begonnen, an der Stelle des ehemaligen Hirtenteiches ein neues Bad errichten zu lassen. Am 6. Juni 1926 wurde das Familienbad „Goldenes Tälchen“ eröffnet und entwickelte sich schnell zum größten und modernsten Freibad im Umkreis von Leipzig. Gastronomie, Sport und Kultur lockten die Menschen aus Nah und Fern zu Tausenden nach Dehnitz. Auch nach dem Krieg blieb das Bad Treffpunkt aller Wasserratten. Allerdings nagte der Zahn der Zeit an den Anlagen und umfaßende Reparaturen wurden notwendig. Die Verschlechterung der Wasserqualität des Mühlbaches sorgte für einen Rückgang der Besucherzahlen. Nach der Wende waren die hygienischen Vorschriften so streng, daß man beschloß, das Stadtbad zu sanieren und das „Goldene Tälchen“ 1991 als Bad für immer zu schließen. Die Einrichtung eines Jugendhauses erwies sich als Fehler, endete mit der Zerstörung der ehemaligen Gaststätte und der Umgebung. Es wurde beschlossen, das Gelände wieder der Natur zur Verfügung zu stellen und einen Naturlehrpfad einzurichten. Genau auf diesem Pfad möchten wir mit Ihnen wandern und einiges zur Geschichte des Bades und zum Naturraum erzählen.
Dazu lädt der Wurzener Geschichts- und Altstadtverein ein.
Die Führung findet am Sonnabend, den 14. März 2026 statt.
Treffpunkt ist um 10.00 Uhr am Parkplatz Landgasthof Dehnitz
Der Rundgang mit Georanger Thomas Pötzsch und Stadtchronist Wilfried Römling wird ca. 1,5 Stunden dauern.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos. Festes Schuhwerk ist dringend zu empfehlen.
Wer möchte, kann einen Beitrag für Projekte des Altstadtvereins spenden.
Frau Lehne im Gasthof Dehnitz auf zahlreiche Gäste nach der Führung einstellt und hat extra zwei schnellere Gerichte (eins fleischlos) vorbereitet. Preis: rund 15 €
Wilfried Römling
Wurzener Geschichts- und Altstadtverein

