Landtag 2021 des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Vereins

12. „Wurzener Land“-Tag des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Vereins am 25.09.2021 in Nepperwitz

Zum ersten Mal unter dem neuen Vereinsvorsitzenden Pfarrer Alexander Wieckowski hatte der Vereinsvorstand zum nun schon traditionellen „Land-Tag“, dem Besuch eines Dorfes des einstigen Wurzener Landes, nach Nepperwitz in der Muldenaue eingeladen.

Anlass, gerade 2021 nach Nepperwitz zu besuchen, war auch, dass der Ort eigentlich in diesem Jahr seine 600-Jahr-Feier begehen wollte, die aber wie so vieles andere und anderswo auch corona-bedingt ausfallen musste. Zum Leidwesen natürlich aller Einwohner, ganz besonders aber der Mitglieder des rührigen Dorf- und Heimatvereins „Wir für Nepperwitz“, die nun hoffen, im nächsten Jahr die Jubiläumsfeier nachholen zu können. Eine beachtenswerte Festschrift unter der Redaktion von Dr. Volker Jäger konnte aber rechtszeitig fertiggestellt werden, und sie wurde auch den Besuchern aus Wurzen stolz präsentiert. Die Vereinsvorsitzende Janine Adler und Herr Diethard Sellka nahmen unsere in diesem Jahr leider etwas kleinere Gruppe von 16 Köpfen vor dem Gemeindehaus hinter der Kirche freundlich in Empfang. Herr Sellka stellte uns bei einem Rundgang wichtige Gebäude des Dorfes vor. Dabei vermittelte er die Geschichte eines Ortes, der schon immer durch seine Nähe zur Mulde in der Aue geprägt war. Und das bis in die unmittelbare Gegenwart, was die Erlebnisse während der Flut von 2002 eindrucksvoll zeigten. Wachsen und Verluste bleiben stete Parameter für ein lebendiges Dorf.

Höhepunkt des Dorfrundgangs war natürlich der Besuch der auffälligen Kirche des Ortes. Hier konnte Pfarrer Wieckowski sich besonders beweisen und anschließen an die Ausführungen von Herrn Sellka

Frau Adler. Der umstrittene „Flutaltar“ des Leipziger Künstlers Fischer-Art provoziert jeden Fremden, der in die Kirche eintritt und ein solches Kunstwerk nicht erwartet. Er ist in Erinnerung an die zerstö-rerischen Ereignisse im Jahr 2002 entstanden. Die Motive auf der Vorderseite des als Flügelaltar gestalteten Altaraufsatzes zeigen Narrative der christlichen Heilsgeschichte, während auf der Rückseite Menschen in den allmächtigen Fluten unterzugehen drohen. Nicht nur der Pfarrer war bei den Interpretationen in seinem Element – Frau Wieckowski ließ auch die ehrwürdige Orgel erklingen. Alles in allem eine gelungene Abrundung.

Wie immer bei unseren Land-Tagen wurde die Runde beschlossen mit den Gastgebern bei Kaffee und Kuchen, den wieder unsere „Vereinsfrauen“ mitgebracht hatten. Im gelösten Gespräch wird immer noch so manches auszutauschen sein, und Neues erfährt man auch. Es stellte sich dieses Mal heraus, dass die jetzige Vorsitzende des Nepperwitzer Vereins die Enkelin von Alfred Ebert ist, von einem Gründungsmitglied unseres Wurzener Vereins, der allerdings schon vor etlichen Jahren verstorben ist.

Wolfgang Ebert