Theodor-Uhlig-Ehrung zum 200. Geburtstag in Wurzen
Nicht nur Ringelnatz und Lichtwer sind in Wurzen geboren und machen die Stadt weltweit bekannt.
Auch für den Komponisten, Musikkritiker und Richard Wagners Wegbegleiter und Unterstützer Theodor Uhlig ist Wurzen Geburtstadt.
Nur macht die Stadt scheinbar einen großen Bogen um ihn. Das Geburtshaus wurde abgerissen, die
Musikschule hat seinen Namen schon lange abgelegt und die Theodor-Uhlig-Straße in Wurzen hat
keine Hausnummern. Das letzte Orchesterkonzert mit Uhligs Werken in Wurzen war 1998 und eine
Aufführung von Kammermusikwerken war vor zehn Jahren im Museum zu erleben.
Dem wollte der „Wagnerianer" Ralf Richter, Vorstandsmitglied im Wurzener Geschichts- und
Altst adtverein e.V. und Mitglied des Richard-Wagner-Verbandes Leipzig e.V., abhelfen. Seit reichlich
zwei Jahren bereitete er, t rotz Corona-Pandemie, die Veranstalt ungen, die nun in Wurzen stattfanden
oder noch geplant sind, vor.
Das Kulturhistorische Museum Wurzen birgt einen großen Schatz, nämlich den fast kompletten
kompositorischen Nachlass Uhligs, den dessen Tochter Eisa seinerzeit dem Wurzener Geschichts- und
Altertumsverein und damit dem Museum vermachte. Weitere umfangreiche Recherchen in Archiven
und Museen waren notwendig, um sich einen Überblick zum Gesamtwerk Theodor Uhligs verschaffen
zu können. Dabei sind neben dem Wurzener Museum, das Staatsarchiv Dresden und das
Nationalarchiv der Richard-Wagner-St iftung Villa Wahnfried Bayreuth zu nennen. Aber auch die
Bayerische Staatsbibliothek in München und das Archiv in Eisenach gehören als Hinweisgeber dazu.
Es war also nun an der Zeit, sich diesen ungedruckten Originalkompositionen zu widmen. Die Kantorin
der ev.-luth. Kirchgemeinde, Kaoru Oyamada, brachte viel Zeit über diesen Noten zu, um aus der
handgeschriebenen Partit ur die einzelnen Orchesterstimmen herauszuschreiben und damit
brauchbares Aufführungsmaterial zu erstellen. Das Ergebnis war beim Konzert am 1.10. im Wurzener
Dom zu hören. Das Leipziger Symphonieorchester spielte eine Auswahl aus den über 25
Orchesterstücken, Entracte genannt, die Theodor Uhlig in der Zeit 1841/42 komponierte. Dabei
handelt es sich um Einführungs- und Zwischenaktstücke zu Theateraufführungen in Dresden. Natürlich
durfte bei einem Uhlig-Konzert Musik von Richard Wagner nicht fehlen. Es erklangen die RienziOuvertüre
und das Vorspiel zum 3. Akt der Oper Lohengrin. Richard Wagners Helfer in der Dresdner
Zeit und später im schweizerischen Exil war Theodor Uhlig. Dieser schrieb den ersten Klavierauszug
zum Lohengrin und fert igte eine Klavierfassung der Rienzi-Ouvertüre. Das Wurzene.r Publikum durfte
nun die Wagnerschen Orchesterfassungen er leben.
Zwei Tage vorher, am 29.09., führte Prof. Dr. Dr. Helmut Laos, Vorsitzender des Richard WagnerVerbandes
Leipzig e.V., in seinem kurzweiligen Vort rag auf der Domempore in das Leben und Werk
Theodor Uhligs ein. Zeitgenössische Betrachtungen in Beziehungen auch zu anderen Künsten und
Künstlerinnen gesetzt sowie Analysen des kompositorischen Werkes im Vortrag von Prof. Laos lassen
durchaus einen anderen neuen Blick auf den musikalischen und musikschriftstellerischen Nachlass
Uhligs zu. Diese Musik ist wert haltig genug, um aufgeführt zu werden und sollte nicht im Archiv
unbeachtet liegen.
Leider musste die dritte Veranstaltung „Theodor Uhlig -Lieder und Kammermusik" für den 8.10. wegen
Erkrankung der Künstler abgesagt werden. Am 19.11. soll nun dieses Konzert im Saal der Filzfabrik
Wurzen nachgeholt werden. Dabei werden ebenfalls bisher unveröffentlichte Werke, wie für
Trompete und Klavier und die Lieder, aufgeführt.
Kartenbestellungen sind unter Telefon: 0170-2755024 oder e-mail:
Und noch ein Hinweis: Die für den 8.10. abgegebenen Kartenbestellungen sind auch für die
Veranstaltung am 19.11. gült ig.
Wurzener Geschichts- und Alt stadtvereine.V.