WXYZ

Wachhuthe (N)

Anhöhe westlich von Nemt zwischen dem Ort und Oelschützer Straße

Wachtelberg (D)}

Höchste Erhebung der Stadt, auf Dehnitzer Flur, 145 m. Zusammen mit dem Schafberg in Schmölen bildet er den letzten Riegel des Porphyrhügellandes, den die Mulde durchbricht, ehe sie in die Aue hinausfließt. Die Trockenrasenflur auf dem durchragenden Pyroxengranitporphyr beherbergt eine Reihe geschützter Pflanzen, die bekannteste ist die sogenannte "Osterblume" (Pulsatilla vulgaris, Gemeine Kuhschelle). Der Wachtelberg wurde 1911 als erstes sächsisches Flächennaturdenkmal unter Schutz gestellt. Der Berg ist über Jahrhunderte hinweg immer wieder durch Steinbruchstätigkeit überprägt worden. Im großen Steinbruch auf seiner Westseite wurde 1953/54 eine ⇒ Naturbühne errichtet. Heute befindet sich hier ein Rückzugsgewässer für bedrohte Molche und Lurche.} Der Name hat nichts mit "Wachteln" zu tun, sondern er leitet sich von "Wacht" her.

Walkmühle

Mühlen

Walther-Rathenau-Straße

Führt vom Nordende der Victoria-Kurve (Dresdener Straße) nach Osten bis zur Goethestraße. Seit 1947 (?) nach dem Außenminister der Weimarer Republik und Präsidenten der AEG Walther Rathenau (1867- ermordet 1922). Vorher seit dem 11.5.1930 ⇒ Hermann-Ilgen-Straße. Ursprünglich seit dem 13.9.1883 Querstraße. Sie "quert" mehrere nach 1880 entstandene Straßen im Wurzener Ostviertel

Warsteiner Straße

Seit dem 13.5.1998 für die neu anzulegende Straße im Gelände der früheren ⇒ Artilleriekaserne zwischen Stollwerckstraße und Rosenweg. Nach der westfälischen Partnerstadt Wurzens (seit dem 3.10.1990).

Wasserhaus (D)

1912-1949 für die Trinkwasserversorgung von Dehnitz genutztes Gebäude an der Dehnitzer See (heute Eigenheim). Bis hierher lief das Wasser in einer Rohrleitung aus den Brunnen im ⇒ Langen Grund. Mit Hilfe einer Windturbine am Wasserhaus wurde dann das Wasser in den Hochbehälter auf dem Wachtelberg gepumpt. Die Brunnen für das ⇒ Wasserwerk II, die 1948 angelegt wurden, ließen die Dehnitzer Brunnen trockenfallen, und das Dorf wurde an die Wurzener Trinkwasserversorgung angeschlossen.

Wassermühlen

Mühlen

Wasserturm

  1. (W): Clara-Zetkin-Platz 10. 1893 mit dem Bau der Wurzener Druckwasserleitung notwendig geworden und erbaut. Runder Klinkerbau der im oberen Bereich verdickt ist (dort befindet sich das Wasserbecken).
  2. (R): Dorfstraße 23. Teil des ehemaligen Wasserwerkes Roitzsch. 1908 erbaut. Ausführung ähnlich dem Wurzener Wasserturm, allerdings viel kleiner.

Wasserwerk

Das erste Wasserwerk wurde 1892/ 93 auf einem Grundwasserstrom errichtet, der den Mühlbach zwischen Nemt und Wurzen begleitet (Wasserwerk I; Am Wasserwerk 1). 1936 Erweiterung der Anlage durch 3 Tiefbrunnen etwa 250 m südlich der alten Anlage} 1949 wurde im Sahnsack südlich von Dehnitz das Wasserwerk II errichtet. Hier wurde in flussnahen Brunnen Uferfiltrat gewonnen. Stillgelegt 1991.

Wege

 ⇒ Gassen

Weichbild, Weichbildgrenze, Weichbildsteine

Mit dem Weichbild der Stadt wurde bis ins 19. Jh. der Geltungsbereich der Stadtverfassung und der Gerichtsbarkeit des Rates (im Besitz der Obergerichte seit 1481) bezeichnet. Das Bestimmungswort "Weich-" kommt offenbar von lat. vicus "Gehöft, (Dorf-)Zeile"; das Grundwort zeigt an, dass am Weichbildrand hölzerne oder steinerne Zeichen aufgerichtet waren, die die Weichbildgrenze markierten. An der Wurzener Weichbildgrenze standen 33 Weichbildsteine ("Mahl- und Reinsteine"). Seit 1581 berichten die Weichbildakten von mehrfachen Begehungen der Weichbildgrenze und Kontrollen der Weichbildsteine. Der Wurzener Rat und das Stiftsamt waren sicherlich gleichermaßen an einer eindeutigen Grenzziehung interessiert, da sie zueinander in Raumkonkurrenz standen.} Das "Wurtznisch Weichbild" wird 1580 erstmals beschrieben, auch später folgt man immer dieser ersten Beurkundung. Danach zog sich die Weichbildgrenze von der Nordostecke der Schlossmauer den Hang hinab zum Mühlgraben und folgte diesem bis hinter die ⇒ Scharfrichterei (Alte Nischwitzer Straße 11). Von hier verlief sie wieder den Hang hinauf, durch das Gelände des heutigen Stadtparks, durch die Gartenanlage Am Windmühlenweg in nordöstliche Richtung bis an die Collmener Straße, etwa Ecke Zillestraße. Hier stand das Wahrzeichen der städtischen Gerichtsbarkeit, der ⇒ Galgen. Von hier aus verlief die Grenze ungefähr am nördlichen Rand der Gartensparte "Sonnenblick" bis zur Lüptitzer Straße und von dort nach Südwesten bis zur ⇒ Schanze (Clara-Zetkin-Platz). Hier bog die Grenze wieder nach Osten um und führte bis hinter die katholische Kirche. An der Körlitzer Hohle wendete sie sich wieder nach Süden und führte bis hinab zur Rietzschke. Sie verlief die Rietzschke abwärts etwa bis zum heutigen Wettinerplatz, ging dann den Hang hinauf bis zur "Ampelkreuzung" (Rondell), schloss etwa die nördliche Hälfte des Alten Friedhofes mit ein und erreichte am ⇒ Rondell das Johannishospital. Von hier verlief sie an der Bahnhofstraße ostwärts etwa bis zur Stephanstraße. Über die "Schladebachschen Felder" südlich der Beethovenstraße führte sie dann bis zum Steinhof, erreichte hier wieder den Mühlgraben, dem sie nach Norden folgte, schloss aber auch die ⇒ Bleiche mit ins Weichbild ein. Die Domfreiheit, der nördliche Crostigall und die Gebäude am Teichdamm sowie das Mühlengelände am Ausgang des Rietzschketales gehörten, obwohl vollständig umschlossen, nicht zum Weichbild der Stadt. Auch außerhalb der Weichbildgrenze waren Rat oder einzelne Bürger in Landbesitz (⇒ Stadtfelder, die ⇒ Trauschken, die ⇒ Worthauer Felder)} Die Weichbildgrenze ist also nicht mit der Flurgrenze der Stadt gleichzusetzen. Diese entstand erst endgültig bei Bildung der neuen Stadtgemeinde 1843/45 (⇒ Wurzen).

Weichertstraße

Seit dem 28.10.1998 für die Neuanlage zwischen Eilenburger Straße und Thallwitzer Weg im Wohn- und Dienstleistungszentrum "Eilenburger Straße". Benannt nach dem Wurzener Unternehmer Weichert.

Wenceslaigasse

Nach dem Patron der Stadtkirche, dem hl. Wenceslaus oder Wenzel (ermordet 935). Sie führt vom Markt am Rathaus entlang nach Süden ins Rietzschketal und südlich der Rietzschke wieder den Hang hinan bis zur Dresdener Straße, ursprünglich bis zum Rondell. Eine der bedeutenden und malerischsten Geschäftsstraßen der Innenstadt. 1993 umfangreiche Sanierungsarbeiten (Abwasserkanäle, neue Pflasterung, Beleuchtung).

Wenceslaikirche

Die stadtbildprägende Pfarrkirche St. Wenceslai auf dem ⇒ Sperlingsberg. Dass sie als Stadtkirche vor den Mauern lag, bleibt eine einmalige Besonderheit; deshalb auch die bei Schöttgen (1717) überlieferte Redensart: "Wenn die Wurzener in die Kirche gehen sollen, so laufen sie zum Tor hinaus". Als Hauptkirche hat sie die ältere ⇒ Jacobskirche abgelöst, die um 1340 nur noch ein vicarius geistlich versorgt,qui superius in monte cu-ram gerit (ein "Vikar, der weiter oben auf dem Berg Dienst tut").} Mitte des 13. Jh. begründet, 1275 erstmals urkundlich genannt, 1340 dem Wurzener Kollegiatstift "einverleibt", d.h. Dienste und Einkünfte an St. Wenceslai fielen den Domherren zu} Die jetzige Kirche stammt im Wesentlichen aus dem Anfang des 16. Jh. Sie ist eine spätgotische Hallenkirche (vierjochiges Langhaus mit achteckigen Pfeilern). Der mächtige quadratische Westturm trägt noch bei Dilich 1628 ein Satteldach. 1637 Zer-störung der Kirche in der Kreuz- und Marterwoche. Wiederaufbau 1663 bis 1673. Der Turm erhielt 1689 die barocke Haube. Die Kassettendecke von 1673 ist 1926 neu bemalt worden. Die Barockausstattung wurde 1873/74 beseitigt. Wiederholte bauliche Erneuerungen. Grundlegend die in den 70-er und 80-er Jahren des 20. Jh.: Trennung des Chors vom Schiff durch das Einziehen einer Wand. Umwandlung des Chors in einen Gemeinderaum für Gottesdienste und Konzerte. Sanierung des Schiffs noch nicht abgeschlossen. Sanierung des Turmes 1995/96. Annähernde Wiederherstellung der Türmerwohnung und Erneuuerung der Kassettendecke im Kirchenschiff 1997. Neue Orgel 1999 im Gemeinderaum (Firma Eule).} Bis 1911 war der Turm mit einem städtischen Türmer besetzt, der für den "Stundenschlag" (Zeitangabe) und bis zuletzt für den Feueralarm zuständig war. Dieses Amt fiel durch den Einbau einer städtischen Uhr und durch verbesserte Feuermeldetechnik weg.

Wenceslaikirchhof

An der Kirche zwischen Barbaragasse, Wenceslaigasse und Dresdener Straße. Anzunehmen ist, dass hier ein sehr alter Begräbnisplatz auch nach Entstehen der Stadt weitergenutzt worden ist. Im Gegensatz zum Jacobskirchhof ist das Gelände nicht überbaut worden. Auch noch nach Anlage des "Neuen Gottesackers" (Alter Friedhof) blieb er Begräbnisstätte für hoch- oder bessergestellte Familien. Nach 1820 im Jahr etwa nur noch eine Bestattung. Letzte Beerdigung in einem Erbbegräbnis am 29.10.1839. Am Ende des 19. Jh. erhielt das Gelände sein heutiges Aussehen (Treppen und Straße Am Wenceslaikirchhof)

Wenceslaitor, Wenzelstor

Es stand am tiefsten Punkt der Wenceslaigasse, unmittelbar an der Rietzschke. Der rechteckige Turm aus Natursteinen war seit dem 30-jährigen Krieg ohne Dach. Die einzige Abbildung ist eine kolorierte Zeichnung von 1911, die das Tor mit einem Storchennest zeigt. Als erstes der Wurzener Stadttore wurde es 1828 abgerissen.

Wenzelsschule

Stadtschule

Wenzelsviertel, Wenzelsvorstadt

auch Neue Stadt. Noch 1853 in der Wenzelsvorstadt. Das Stadtgebiet südlich des Wenzelstores und des Rietzschketales, das sich von der Wenceslaikirche bis zum Steinhof erstreckte und im 18. Jh. bereits größer war als das eigentliche ⇒ Stadtviertel. Die Anfänge liegen sicher schon im 14. Jh. Die Ummauerung des Viertels bis 1512 blieb Stückwerk (⇒ Salhausensche Mauer). Die Bezeichnung Neue Stadt (17./18. Jh.) entstand zur Unterscheidung gegenüber der Alten Stadt, mit der dann nicht nur die Altstadt, sondern die Stadt nördlich der Rietzschke gemeint wurde

Werder

Wie Heger oder Insel "Land zwischen Flussarmen oder stehenden Gewässern". Von ahd. werid, mhd. wert "erhöhtes Land im Wasser". Fläche, die durch die Anlandungen der Mulde oder durch ihre Flussbettverlagerungen entstanden ist. Bis ins 18. Jh. wurde nicht streng zwischen ⇒ Heger, ⇒ Insel und Werder unterschieden. Heute in der Regel ein Gebiet in der Aue, das wenigstens teilweise von Altwässern umschlungen ist oder zwischen Fluss und einem Altwasser liegt und demnach keine Insel sein muss. Die Werder wurden bis ins 18. Jh. ausnahmslos als Weidepläne genutzt. Sie konnten nach ihren Besitzern oder Nutzern benannt sein: Osswald Werder oder Oßwalds-Werder (1717) zwischen Fähre und Mühlgraben (nördlich des Stadtbades) nach dem Wurzener Bürger Oßwald Wadewitz, der Humsch (⇒ Hampeschwerd), der ⇒ Bürgerwerder (ebenfalls zwischen Mulde und Mühlgraben), der Pfarrdorfer Werder (nicht mehr zu lokalisieren); oder nach ihrer Nutzung: der Mühlwerder an der Stadtmühle, der benachbarte Bleichplan (zwischen Wüstem Gerinne und Gelber Lache) und der große Kuhwerder zwischen Mühlgraben (Kuhmulde) und Gelber Lache.

Westtangente

2006/07 gebaute Verbindungsstraße zwischen neuer ⇒ Muldenbrücke und der äußeren Eilenburger Straße (S 11). Sie führt über den ⇒ Kuhwerder, erreicht nach Überqueren des ⇒ Mühlgrabens westlich der Juelstraße den Auenrand und die Mittelterrasse. Sie umschließt westlich und nördlich das frühere Kasernengelände und erreicht dann die Kreuzung Eilenburger Straße/ Nischwitzer Breite.

Wettinerplatz

Im Rietzschketal zwischen Schweizergarten- und Schillerstraße. Seit dem 6.9.1889 bis 1945 nach dem sächsischen Königshaus; Benennung anlässlich dessen 800-Jahr-Feier. Seit dem 1.8.1945 Friedrich-Engels-Platz (⇒ Friedrich-Engels-Straße). Rückbenennung am 1.5.1991. Auf dem Platz stand seit dem 2.9.1889 die ⇒ Wettinsäule.

Wettinerstraße

 (1890-1945) ⇒ Friedrich-Engels-Straße

Wettinhaus

 ⇒ Stadtpark

Wettin-Säule

Volkstümlich für den am 2.9.1889 auf dem Wettinerplatz eingeweihten Obelisken (eigentlich als Kriegerdenkmal gedacht) aus schwarz-grünem polierten Syenit (Fichtelgebirge). Der 6,19 m hohe Stein erhob sich über einer quadratischen Sandsteineinfassung von 6,25 m Seitenlänge. Fläche zwischen Einfassung und Obelisk war mosaikgepflastert. Die vier Eckpostamente waren mit Ketten verbunden; 3 Natursteinstufen führten zum Obelisken hinan. Neben einer Widmung waren die Namen der 1870/71 gefallenen Wurzener in Goldschrift auf dem Stein eingraviert. Im oberen Teile waren Bronzemedaillons von Kaiser Wilhelm I. und König Albert angebracht. Der Name "Wettin-Säule" entstand in Erinnerung an die 800-Jahr-Feier des Hauses Wettin, die 1889 stattfand (⇒ Wettinerplatz, Wettinerstraße).} 1958 Abbau der Säule und Einlagerung auf dem Stadtbauhof, dort 1960 Vergrabung. Im Oktober 1990 Hebung der Säule, 1991/1992 Restaurierung (Gravuren). Wiedererrichtung auf Initiative des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Vereins und Wiedereinweihung am 29.9.1996.

Wiesengrund

 ⇒ Wiesenwinkel

Wiesenstraße

Seit dem 4.5.1994 im Wohngebiet "Kleegasse".

Wiesenwinkel (N)

Seit 01.10.2007. Geht östlich der Mühlbachbrücke von der Alten Poststraße nach Süden ab und folgt dem Bachlauf bis zur ehemaligen Untermühle (⇒ Mühlen). Vorher seit dem 1.1.1994 Wiesengrund.

Wildpark

⇒ Stadtpark

Wilhelm-Pieck-Oberschule

 ⇒ Schule Nord

Windmühlen

 ⇒ Mühlen

Windmühlenweg

Ursprünglich ein alter Flurweg (bereits im Flurbuch von 1766 "Wind-Mühlen-Weg"), der von der Kleegasse am Kieselberg unterhalb des Hochgerichts nach Norden in Richtung Nischwitz abging. Er blieb im 20. Jh. nur bis zur Sandgrube, der späteren Deponie, erhalten. An ihm existierten mindestens seit dem 18. Jh. verschiedene Windmühlen (⇒ Mühlen), daher der Name. Als Zufahrt zur Deponie wurde er befestigt, nach 1992 in die nun erfolgende Bebauung zwischen Collmener Straße (⇒ Kaufland) und dem Eigenheimviertel Kleegasse einbezogen.

Winkel (R)

Alter FN. Offensichtlich nach seiner Form wurde die Flur südlich des Körlitzer Weges nahe der Flurgrenze zu Wurzen benannt. (⇒ Im Winkel)

Wohnbezirk

Nach 1945 war die Stadt bis 1990 in (zuletzt) 19 Wohnbezirke eingeteilt. Diese Untergliederung der Wohngebiete in einzelne überschaubare Bereiche setzte in mancher Hinsicht die alten ⇒ Viertel oder die "Blöcke" der NS-Zeit fort. Die Numerierung begann am Markt (1) und endete in den Neubauvierteln im Norden der Stadt. Die "Wohnbezirksausschüsse der Nationalen Front" sollten ursprünglich einen Teil von Selbstvewaltung und Bürgerbeteiligung realisieren, dienten aber gleichzeitig auch der "Umsetzung" von Ratsbeschlüssen und der staatlichen Kontrolle.

Wohnhaus für ältere Bürger

Gebäude mit altersgerechtem Wohnraum (Appartements), in denen z.T. auch eine ärztliche Betreuung und verschiedene Dienstleistungen möglich sind.} In Wurzen existieren mehrer Anlagen: Am Steinhof (seit 1975) und in der Marienstraße (Ecke Lüptitzer Straße, seit 1981), im Amtshof 1, Domplatz 6 u.a.

Wolfstellenweg (N)

Seit dem 1.1.1994 nach dem alten FN. Geht östlich des Hinteren Angers von der Alten Poststraße ab und führt nach Norden.

Worthauer Felder

⇒ Wüste Mark Warthau

Wurzen

Große Kreisstadt Wurzen. Ersterwähnung als vurcine civitas 961 in einer Schenkungs-urkunde Ottos I. für das St.-Moritz-Kloster in Magdeburg. Name slawischen Ursprungs und verschieden erklärt: Er könnte ein Patronymikon sein und eventuell "Sitz des Vorca" bedeuten. Falls kein Personenname dem Ortsnamen zugrunde liegt, bleibt aber doch die slawische Wurzel *vruk- "knurren, murren" wahrscheinlich.} Naturräumliche Lage: Die Stadt Wurzen liegt an der Grenze zweier unterschiedlicher Naturräume Nordwestsachsens - (nach Neef 1960) zwischen dem "Tauchaer Endmoränenhügelland" der Leipziger Tieflandsbucht und dem "Nordsächsischen Kuppenhügelland", das durch seine Porphyrerhebungen südlich und östlich der Stadt in Erscheinung tritt. Der Naturraum der Stadt selbst wird durch ihre Lage an und auf dem östlichen Terrassenrand der Mulde geprägt.} Der Ort entstand an einem Punkt, wo sich das Muldental aus der Enge, die es noch bei Dehnitz hat (die Entfernung der 120 m-Höhenlinien des Wachtelberges und des Schafberges [bei Schmölen] beträgt etwa 400 m), fächerförmig nach Norden weitet und der Fluss, an Fließgeschwindigkeit deutlich verlierend und flacher werdend, seit eh und je Furten zu seiner Überquerung bot.} Die Stadtflur durchschneidet, von Osten nach Westen und zur Mulde hin sich auffällig absenkend, das Tal der Rietzschke. Diese erreicht - bis in die Mitte des 19. Jh. noch sichtbar - nordwestlich des heutigen Rosentals den Mühlgraben, einen der einst vielen Seitenarme der Mulde, der in frühgeschichtlicher Zeit bzw. noch im Mittelalter auch ihr Hauptarm gewesen sein könnte (⇒ An der Mulde und Kuhmulde). Die Erosion der Rietzschke und der einstigen Mulde-Nebenarme hat zwei Spornlagen am östlichen Terrassenrand entstehen lassen (heutiger Domplatz und Crostigall), auf denen die Besiedlung bis heute am längsten nachweisbar ist. Die Stadtflur besteht in der Gegenwart aus} dem östlichen Rand der Muldenaue (Dehnitz, Filzfabrik, Mühlenwerke), einst geprägt durch das Fließengefüge der Mulden- bzw. Mühlgrabenarme (Gelbe Lache, Wüstes Gerinne, Kuhmulde), einer bis ins 18. Jh. noch weitgehend sumpfigen Niederung mit lichtem Auewald auf z.T. schweren Böden;} dem in Eck- und Spornlagen zergliederten, schon immer waldfreien Terrassenrand, 8 bis 12 m über der Aue gelegen, zu dieser steil abfallend (Amtsweg, Gerhart-Hauptmann-Platz, An der Mulde, Rosental, Steinhof), bedeckt mit Eiszeitsanden, sandigen Lehmen und Lößlehm (nur auf dem Crostigall durchstößt der darunterliegende Pyroxengranitporphyr die Deckschichten);} den sich östlich anschließenden flachwelligen und lößlehmbedeckten, schon immer waldfreien Teilen der Hochfläche (Bgm.-Schmidt-Platz, Torgauer Straße, das Eisenbahn- und Industriegelände im Süden der Stadt);} dem Rietzschketal, im Unterlauf tief in den Terrassenrand sich einschneidend (Rosental), nach Osten hin ansteigend und verflachend (Badergraben, Schweizergartenstraße, Wettinerplatz, Schillerstraße, Rietzschken-Promenade, Roitzsch)} und dem morphologisch verwandten unteren Mühlbachtal (Dehnitz und Nemt).} Das Areal des bis 2006 selbsständigen Gemeindeverband Kühren-Burkartshain erstreckt sich von der Mulde bis zum Westrand des Wermsdorfer Forstes, im Wesentlichen über das Einzugsgebiet des Mühlbachs, des ® Grenzbachs und das Mündungsgebiet der Launzige (Nitzschka).} Historisch-topografische Entwicklung: Eine Siedlungskontinuität lässt sich sicher bis ins 10. Jh. zurückverfolgen. Slawische Besiedlung (seit dem 7. Jh. wahrscheinlich), die Eroberungen unter Heinrich I., der zunehmende Handelsverkehr seitdem an der Muldenfurt ließen bis zum Beginn des 12. Jh. drei Siedlungskerne der späteren Stadt entstehen: } eine slawische Burg (Domplatz, Amtshof), eventuell mit einer Vorburgsiedlung (etwa zwischen Amtshof und Markt [⇒ Liegenbank]), die nach 929 in das deutsche Burgwardsystem östlich der Saale einbezogen wurden;} eine slawische nichtagrarische, vorstädtische Siedlung im Rietzschketal (Färbergasse, Nordhang des Crostigall bis zur späteren Wenceslaikirche), der sich nach der deutschen Eroberung eine Dienstmannensiedlung angeschlossen haben könnte (zwischen Färbergasse und dem Burgberg);} eine Kaufmannssiedlung mit der Kirche St. Jacobi (Altstadt, Jacobsplatz) um 1100.} Nach dem Zerfall des deutschen Burgwardsystems gelangte das Wurzener Gebiet in den weltlichen Besitz der Bischöfe von Meißen. Diese begründeten auf dem Höhepunkt ihres Landesausbaus (vgl. z.B. die Ansiedlung von Flamen in Kühren 1154) bis 1200 die eigentliche "Rechtsstadt" Wurzen um den heutigen Markt. Bis 1300 wird die neue Stadt vollständig ummauert worden sein. Ihre ab dem 16. Jh. überlieferten "Gewohnheiten" und "Rechtsame" (Verfassung) verweisen auf das Magdeburger Stadtrecht. Die Verleihung des Stadtrechts lässt sich aber nicht genau datieren. 1413 erhalten die Pfahlbürger durch Bischof Rudolf das Bürgerrecht. 1481 erwirbt der Rat die hohe Gerichtsbarkeit für das Weichbild der Stadt, in der Folgezeit auch Grundbesitz in der Umgebung (z.B. Worthauer Felder, Trauschken), Wurzener Bürger werden Grundbesitzer in den Dörfern der Umgebung und in der Muldenaue} Seit 1581 (Rücktritt des letzten Bischofs Johann von Haugwitz) verbleibt die Stadt Wurzen innerhalb des Wurzener Landes bis zu Beginn des 19. Jh. ohne wesentliches Wachstum in den Rechtsverhältnissen, wie sie sich bis zum Ende des Mittelalters entwickelt hatten. Die Stadtgemeinde als Körperschaft der Gegenwart bildete sich erst in den Jahren 1839-1843 heraus. Bis dahin bestanden auf der heutigen Stadtflur sechs verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Unterstellungs- und Steuerverhältnissen:} die damalige Stadtgemeinde mit dem Stadt-Viertel (zwischen den 4 Stadttoren innerhalb der Stadtmauer), dem Wenzels-Viertel (oder der Wenzelsvorstadt) südlich des Wenzelstores (aber ohne den nördlichen Teil des Crostigalls), dem Eilenburger Viertel vor dem Eilenburger Tor (um den heutigen Gerhart-Hauptmann-Platz) und dem Jacobs-Viertel mit der Altstadt vor dem Jacobstor (Jacobsplatz) unter der Gerichtsbarkeit des Rats zu Wurzen (seit 1481), ferner dem Stadtteil Bleiche in der Aue;} die Amtsgemeinde Crostigall (Nordseite des Crostigalls und heutiges Rosental) unter der Gerichtsbarkeit des Amtes (bis 1818 des Stiftsamtes);} die Gaudlitzgemeinde (heutige Postgasse) unter der Verwaltung durch das Amt, aber mit z.T. eigener Gerichtsbarkeit;} die Capitul-Gemeinde (Domfreiheit, heutiger Amtshof und Domplatz, dazu noch verstreute Einzelgrundstücke) mit eigener Gerichtsbarkeit;} die Stadtmühle (am Ausgang des Rietzschketales) mit eigener Gerichtsbarkeit;} der Steinhof zum schwarzen und weißen Kreuz, ein schriftsässiges Freigut mit eigener Gerichtsbarkeit.} Im Zuge der Reformen nach 1831, insbesondere im Gefolge der "Städteordnung" von 1832 im Königreich Sachsen wurden die einzelnen Bereiche vereint und die Gründe für ihre Trennung (unterschiedliche Besteuerung und Eigengerichtsbarkeit) abgeschafft. Folgende Festlegungen rundeten die Schaffung des größeren Gemeindeverbandes ab:} Die Neumühle (zur Stadtmühle gehörend) kam von Wurzen ab und gehört seitdem zu Schmölen.} Das Gasthaus zu den drei Brücken, das Chausseehaus (gegenüber) sowie die Stadtferderflur (das betrifft auch die außerhalb der alten Weichbildgrenze gelegenen Grundstücke) kommen zur Stadtgemeinde.} Ebenso gehören von nun an die Marken Trauschkau (vollständig) und Warthau (zum Teil) zur Stadt. Nicht zur Stadt gelangt die Mark Göhrendorf (in der Aue).} Im 20. Jh. hat sich durch Eingemeindungen die Stadt Wurzen noch mehrmals vergrößert:} Nach 1945 gelangten nach und nach zeitweise Bennewitz, Schmölen, Deuben und Nischwitz zur Stadt. Das wurde 1974 wieder rückgängig gemacht.} Nur Roitzsch und Dehnitz (sie waren schon seit der Reformation kirchlich und schulisch mit Wurzen verbunden) blieben seit 1950 fest im Verband der Stadt. Durch Angliederungsvertrag ist auch seit dem 1.1.1994 Nemt Teil der Stadt Wurzen.} 2006 schließt sich auch der Gemeindeverband Kühren-Burkartshain der Stadt Wurzen an.} Flächenwachstum und Bevölkerungsentwicklung: Der Mauerring, der die eigentliche Rechtsstadt umgrenzte, enthielt eine Fläche von ungefähr 7 ha. In diesem Bereich (Stadt-Viertel) liegen nach Schöttgen 1717 nur 110 "Feuer-Städte" , "sonst aber keine Kirche, keine Schule, keine Pfarrwohnung, keine Badstube, keine Garküche, und kein Schmidt, denn sie sind sämtlich vor den Thoren". Mit den "Vorstädten", also innerhalb des spätmittelalterlichen bzw. frühneuzeitliche Straßen- oder Wegeringes (etwa von der früheren Teppichfabrik bis zum Steinhof am Crostigall) umfasste Wurzen ca. 30 ha, und auf diesen wohnen und wirken um 1600 etwa 5000 Einwohner. 1764 beträgt die Stadtflur 50½ Hufen (ca. 100 ha), aber die Einwohnerzahl ist infolge von Seuchen, Kriegen und allgemeiner Regression auf unter 3000 gesunken. Die Einwohnerzahl, die Wurzen vor dem 30-jährigen Krieg gehabt haben soll, wird erst in der Mitte des 19. Jh. wieder erreicht (1850: 5256 Einw.). Mit der industriellen Entwicklung wächst die Bevölkerung sehr rasch an: 7 851 Einw. 1871, 14 700 Einw. 1890, 19 200 Einw. 1914. Nach dem 1. Weltkrieg geht die Einwohnerzahl wieder etwas zurück. Nach 1945 steigt sie erneut durch Umsiedler und Eingemeindungen stark an (1950: 26 456 Einw.; 1972: 24 356 Einw.). Ausgemeindungen und der zunehmende natürliche Bevölkerungsrückgang lassen in der Folgezeit die Einwohnerzahl wieder unter 20 000 sinken. Am 31.3.1997 lebten auf einer Fläche von 1 749 ha insgesamt 17 030 Einwohner; (9 012 weiblich, 8 018 männlich). Davon waren 129 Ausländer. Nach dem Beitritt des Gemeindeverbandes Kühren-Burkartshain hatte die Stadt Wurzen am 31.12.2006 insgesamt 17 620 Einwohner (9 164 weiblich, 8 456 männlich), davon jetzt 226 Ausländer. Zum 31.12.2013 betrug die Einwohnerzahl nur noch 16 356} Politisch-administrative Zugehörigkeit: Bis zur Aufhebung des Stiftsamtes 1818 war Wurzen der adminstrative Mittelpunkt des „Wurzener Landes“, das - obwohl es ein besonderes zugewonnenes Territorium innerhalb des wettinischen Staatsverbandes war - seit dem 17./ 18. Jh. wie ein kursächsisches Amt verwaltet wurde. 1819-1838 war dann dieses Gebilde auch formal ein königlich-sächsisches Amt. Danach gehörte die Stadt bis 1924 zur Amtshauptmannschaft Grimma und blieb seit 1873 lediglich Mittelpunkt des Amtsgerichtsbezirkes Wurzen (der etwa dem alten Wurzener Land entsprach).} Am 1.4.1924 löste sich die Stadt Wurzen als kreisfreie Stadt aus dem Bezirksverband Grimma heraus. Das wurde 1946/47 wieder rückgängig gemacht, und die Stadt verblieb bis 1952 wieder im Kreis Grimma. Durch die Verwaltungsreform 1952 wurde aus dem nördlichen Teil des damaligen Kreises Grimma der Kreis Wurzen geschaffen, dessen Mittelpunkt die Stadt bis 1994 blieb. Als zweitgrößte Stadt im neuen Muldentalkreis (seit 1.8.1994) erlangt Wurzen am 1.4.1997 den Status einer "Großen Kreisstadt". In der Landesplanung wird Wurzen als Mittelzentrum ausgewiesen, das auch in Zukunft zentrale Funktionen für sein historisch gewachsenes Umland erfüllen soll. Die sächsische Verwaltungsstrukturreform von 2008 (Schaffung des Großkreises „Landkreis Leipzig“ mit dem Kreissitz Borna) und eine weitere damit verbundene Defunktionalisierung der Stadt als administratives Zentrum lassen hingegen seine Bedeutung als zentraler Ort zunehmend schwinden (Mittelzentrum als Ergänzungsstandort im ländlichen Raum, Landesplanung 2003)

Wurzener Bank

1.: Die 1889 als Aktiengesellschaft gegründete "Wurzener Bank" bezog 1903 den Neubau Bahnhofstraße 16a. Mit der Enteignung ging auch der Name unter. Das Gebäude benutzte 1974-1990 die "Staatsbank der DDR". Vom 1.7.1990 (Währungsunion) bis August 1997 nutzte das Gebäude die "Deutsche Bank". 1992 umfangreiche Sanierungen.}

2.: Die traditionsreiche Bezeichnung übernahm ab dem 20.9.1993 die Raiffeisen-Volksbank Wurzen (bis 2002). Am 24.9.1993 bezog sie ihren Neubau Jacobsplatz 11 (⇒ Alte Schmiede [2.])

Wurzen-Nord

⇒ Neubaugebiet Nord

Wüste Kirche

(D)Südlich von Dehnitz am Hang zum Muldental. Geringfügige und überwachsene Reste der Umfassungsmauer eines mittelalterlichen Kirchenbaus des ehemaligen Dorfes Sellnitz. Wurzener Pfadfinder errichteten 1928 auf den Grundmauern eine Hütte, diese verfiel nach Verbot der Pfadfinder in der NS-Zeit. Reste waren noch nach 1945 vorhanden.

(Wüste) Mark Sellnitz, Söllnitz; Seltz

(D)Flur südlich von Dehnitz und westlich von Nemt. Das Dorf Sellnitz wurde im 15. Jh. wüst (Zerstörung durch die Hussiten?). Die Flur gelangte an Dehnitz und Nemt. Der Name ist slawischen Ursprungs. Schöttgen 1717: "Auf Windisch heißt Selenice, von Seleny; grün, weil allda gut Graß wächst."

(Wüste) Mark Warthau

Nordöstlich von Wurzen zwischen Zschorna und Körlitz. Das Dorf Wurtaw wird 1114 in der Gründungsurkunde des Wurzener Kollegiatstifts erstmals genannt. Nach dem Wüstwerden des Ortes im 14. oder 15. Jh. wurde seine Flur von Zschorna und Wurzen genutzt. Die Worthauer Felder erwarb 1511 der Rat durch Kauf.

Wüstes Gerinne

Ehemaliger Mühlgraben-Nebenarm, der noch vor dem Mühlenteich nach Norden abzweigte, die Bleichpläne der Stadt vom Stadtteil Bleiche trennte und nördlich der Bleiche wieder in den Mühlgraben, der von hier an Kuhmulde hieß, einmündete. "Wüst" ist hier im mühlentechnischen Sinne zu verstehen als unreguliertes Gewässer. 1925 verschwand das Gewässer im Zuge der Umgestaltung des Auenbereiches durch den Neubau der Mühlenwerke.

Zahnpoliklinik

Volkstümlich für Stomatologisches Zentrum Wurzen" (1982-1992; Dr.-Külz-Straße 5). Vorher vergleichbare Einrichtungen Straße des 7. Oktober (Hermann-Ilgen-Straße) 18 und Straße des Friedens 17 (danach Geschütztes Wohnheim).

Zeppelinstraße

(1934-1945) ⇒ Georg-Schumann-Straße

Zeughaus

 ⇒ Neues Haus

Ziegelscheune, Ziegelteich, Ziegelteichweg

Der Rat zu Wurzen unterhielt mehrere Grundstücke vor der Stadt, auf denen die notwendigen Ziegel aus dem an Ort und Stelle anstehenden Lehm durch einfache Trocknung gefertigt wurden (⇒ Krümmling, Lehmgrube und Thonkeiten). Vorhanden ist heute noch der ehemalige Weg, der vor dem Schweizerhaus (Lüptitzer Straße 52) nach Norden abzweigt. Er führte einst zum Ziegelteich. Dieser lag auf dem Flurstück Nr. 1620, das durch seine auffällige Form noch über seine einstige Nutzung Aufschluss gibt. Der hier vorhandene tonige Untergrund trocknet nach Niederschlägen oder im Frühjahr sehr langsam aus. Das ist auch in der Gegenwart vom Breiten Berg aus noch gut zu beobachten.

Ziegelei, Ziegeleiteich

(D) Seit Mitte des 19. Jh. bis zum 1. Weltkrieg am Langen Grund südlich von Dehnitz hinter dem Wasserwerk II (nach dem letzten Besitzer auch "Rosses Ziegelei"). Spätere Nutzung des Anwesens als Gärtnerei und durch ein Fuhrgeschäft. Die Ziegelscheune am Wege zur Wüsten Kirche verfiel Ende der 1940-er Jahre. Die Gebäude (Wohnhaus, Brennofen, Stall, Gewächshäuser) verfielen wegen fehlender Nutzung nach 1950. Eine militärische Übung Anfang der 1960-er Jahre ebnete das Gelände weitgehend ein

Zi(e)geritz

Keine abgekommene Stellenbezeichnung in Wurzen (wie früher zuweilen vermutet wurde), sondern offensichtlich Name eines adligen Lehnsträgers, der 1495 als Besitzer eines allodiums "vor der Stadt" oder "in der alten Stadt" (⇒ Stadtgüter [1.b und c]) genannt wird.

Zillestraße

Seit dem 1.8.1945 nach dem Zeichner und Graphiker Heinrich Zille (1858-1929). Vorher seit dem 19.10.1934 Richthofenweg nach dem im 1. Weltkrieg gefallenen Kampfflieger Manfred Freiherr von Richthofen (1892-1918). Die Zillestraße durchzieht die gesamte "Flugplatzsiedlung" von der Collmener bis zur Lüptitzer Straße

Zimmermannskreuzung

Seit Mitte des 20. Jh. volkstümlich für den Straßenbereich des früheren ⇒ Rondells. Benannt nach dem früheren Möbelhaus Zimmermann (abgerissen 2007/09).

Zschornischer Weg

(1766) ⇒ Torgauer Straße (2)

Zum Freischütz

Stadtgraben 2 (zur Albert-Kuntz-Straße hin gelegen). Gaststätte 1896-1943. Das auffällig langgezogene Grundstück war im 19. Jh. Teil der Panzerschen Seilerbahn. 1919 Gründungsort der KPD-Ortsgruppe (deren namhaftestes Mitglied bis 1925 Albert Kuntz war).

Zum Goldenen Adler

Alter Gasthof am Markt 11 (1535[?]-1827). Danach Buchdruckerei, später Buchhandlung, seit 2013 Geschäft für Bürobedarf. Über dem Eingang am Markt Hauszeichen mit Inschrift.} 1997/98 Sanierung. Dabei Veränderung der Marktfassade (Gaststätte).

Zum Goldenen Löwen

Alter Gasthof mit Ausspanne am Markt 9 (16. Jh.-1923). Nach 1923 Umbau zu einem Textilgeschäft.

Zum Sportplatz (N)

Seit dem 1.1.1994 für den Weg von der Alten Poststraße (südlich der Mühlbachbrücke) zum Sportplatz am westlichen Ortsrand von Nemt

Zum Tälchen (N)

Seit dem 1.1.1994 Name des Weges, der von der Alten Posttraße gegenüber dem Gasthaus zum Anker zum Mühlbachtal führt. Der Weg folgt dem Bach auf dem nördlichen Ufer bis zur Oelschützer Straße.

Zur Bauhütte

1894-1914 Gaststätte in der Mozartstraße 2. Namensgebung erfolgte sicherlich im Hinblick auf die Bautätigkeit nach 1890, durch die die Wurzener Ostviertel entstanden.} Spätere Namen der gastronomischen Einrichtung Friedensburg (1930-1935), "Janas Bistro" (1990-2006).

Zur Börse

⇒ Börse

Zur Flasche

Ehemalige Ausflugsgaststätte (1893-1921) am Dehnitzer Weg 14. Zeitweise auch "Obstweinschänke" und "Zum Bismarckschloß".

Zur Goldenen Rose

⇒ Stadtgüter (1.e)